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Im Sterngarten: Bitte anmelden und aktuelle Corona-Maßnahmen beachten.

Fr. 24.9., 19:30h Meditation im Sterngarten

Sa. 25.9., 19:15h Neues im Himmelszoo – spez. für Kinder

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Veranstaltungen

September   2021
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SchwaLoch

 

Cornelia Faustmann:  Forschungsgeschichte der Schwarzen Löcher

Freitag 1. 10. 20h (Online via zoom) Bitte anmelden!

  

Der Abendhimmel im September 2021

Wenn es zur Monatsmitte gegen 20 Uhr MESZ dunkel genug ist, sieht man im Westen, 35° hoch, den hellgelbenArktur im Bärenhüter (α Bootes), während Löwe und Jungfrau schon entschwinden. Rechts von Arktur steht der Große Wagen, zu dem der Bogen der drei Deichselsterne hinweist. Der mit 37 Lichtjahren nächstgelegene Rote Riese ist neben Wega (α Lyrae, fast im Zenit) der hellste Stern am Nordhimmel. Zwischen Arktur und Wega finden wir den schönen Halbkreis der Krone (am Stadtrand immerhin 3-4 Sterne) und den unscheinbaren Herkules. 
Für einen Überblick können Sie hier den Sommer- bzw. Herbsthimmel anklicken. Genauer sind unsere Homepage-Sternkarten – z.B. für Sternzeit 19h. Im Süden stehen zusätzlich die Riesenplaneten Jupiter und Saturn im Wassermann bzw.Steinbock.
 
Genau im Zenit faucht der Drache seinen Feuerhauch Richtung Herkules. Darunter der Schlangenträger (Sinnbild für Äskulap), dessen hellster Stern Rasalhague mit Wega und Atair ein zweites gleichseitiges Dreieck bildet -- nur viel kleiner als das anfangs erwähnte mit Jupiter.  Tief im Südsüdwesten erkennen wir noch Antares, den roten Hauptstern im Skorpion, und links von ihm Jupiter in etwa 15° Höhe. Genau im Süden steht der Schütze mit seinen vielen Sternhaufen und Gasnebeln, von denen viele schon im Feldstecher zu sehen sind -- am hellsten die Messier-Objekte M 23-25, M8, 17 und 20. Am linken Rand des Sternbildes, wo sich in 25.000 Lichtjahren Entfernung das Zentrum unserer Galaxis verbirgt, steht der fahlgelbe Saturn. 
 
Das große Sommerdreieck mit Wega (Leier) sowie Deneb (Schwan bzw. nördliches Kreuz) und Atair (α im Adler) wird in 1 Stunde den Meridian erreichen. Wir können es abends bis Jahresende sehen. Im Schwan teilen einige Dunkelwolken die Milchstraße, die sich über den Adler und die Schildwolke zum Schützen hinabzieht. 
Ein Genuss erster Klasse ist es, auf einer Liege, mit einem Feldstecher in der Hand, den tausenden Sternen der Milchstraße im Schwan zu folgen und sich die Tiefen des Universums vorzustellen ... Ihr Band ist aber schon im Nordosten mit Perseus und dem "Himmels-W" der Kassiopeia zu finden, zwischen denen der Doppelsternhaufenh und χ Persei steht. Die rötlichen Gasnebel rund ums Bild dieser "nur" 6 Millionen alten Sterne sieht aber nur ein Infrarot-Auge,
 
Der Polarstern steht dieses Jahrhundert nur mehr 40' vom Himmelsnordpol entfernt. Seinen kleinen 24-Stunden-Kreis hat Hermann Mucke († 12.3.19) im Sterngarten durch die Lochscheibe des Nordmastes veranschaulicht. Links von Polaris reckt sich der kleine Bär empor. In Stadtnähe sieht man aber nur 3-7 Sterne, den Kleinen Wagen. Sie dienen als einfachster Indikator der Lichtverschmutzung: der dritthellste Stern Gamma hat 3.0 mag, der Sternenbogen zwischen α und ß etwa 4.3 mag. Im Laufe der Nacht dreht er sich links unter den Polarstern; mit dem sogenannten Nokturnal hat man im Mittelalter aus dieser Drehung die Uhrzeit fürs morgendliche Stundengebet bestimmt. 
 
Gegen 23 Uhr hat auch der Schwan schon den Meridian überschritten, zwischen ihm und Polaris steht das unscheinbare Fünfeck des Kepheus. Im Süden finden wir nun die Tierkreis-Sternbilder Steinbock und Wassermann, halbhoch im Osten die Fünfsternreihe aus Pegasus, Andromeda und α Persei. Unter ihnen steigt langsam der Widder empor, und um 24 Uhr im Osten das Sternwölkchen der Plejaden und der Stier.

Planeten und Mond im September 2021

  • Merkur ist bis Monatsmitte weiterhin am Abendhimmel und geht ca. 40 Minuten nach der Sonne unter. Obwohl er bis zu 27° Sonnenabstand erreicht, steht er wegen der flach liegenden Ekliptik recht tief und ist nur bei sehr gutem Himmel freiäugig zu sehen. Am 8.9. ist dafür die Mondsichel hilfreich, die 6° nördlich vorbeizieht.
  • Auch Venus steht deshalb in der Abenddämmerung nur wenig über dem Horizont – wie auch die nächsten Monate. Interessanterweise geht sie den ganzen September etwa 80 Minuten nach der Sonne unter. Die Elongation wächst von 40° auf 45°. Am 9./ 10.9. zieht die Mondsichel 5° nördlich vorbei.
  • Mars ist in der Abenddämmerung verschwunden und bleibt bis Dezember unsichtbar.
  • Jupiter stand am 20.8. in Opposition zur Sonne und zieht seine alljährliche Schleife vom Wassermann zurück in den Steinbock. Der Riesenplanet (11x Erdradius) dominiert ab der Monatsmitte den südöstlichen Abendhimmel und geht erst gegen 4 Uhr MESZ unter. Am 18. morgens wandert der fast volle Mond 4° unter ihm vorbei.
    • Im Teleskop sieht man auf der jetzt 47" großen Planetenscheibe die 4 äquatorparallelen Wolkenstreifen. Ab etwa 150-facher Vergrößerung sind die Turbulenzen der Wolkenränder erkennbar, wenn man sie alle 2 Tage (ca. 5 Rotationen des Planeten) skizziert oder fotografiert. 
    • Die 4 hellen Jupitermonde siehe AAÖ S.53-57. Schon im kleinen Teleskop sind Mondschatten, Durchgänge oder Verfinsterungen zu beobachten. So der Schatten von Io am 5.9. ab 2h, am 6.9. 20:38–23h, am 13. ab 22:34, am 21. ab 0:30 und am 29. von 20:54–23:11 MESZ. Seltener die Schatten der anderen Monde: Europa am 6., 23. und 30.9., Ganymed am 27. bis 20:25, und Callisto am 18.9. ab 0:41. 
    • Die Verfinsterungen durch Jupiters Schatten sind nun aber schwieriger zu beobachten, weil nach der Opposition nur die Austritte sichtbar sind.
  • Saturn im Steinbock geht Jupiter 1 Stunde voraus (Aufgänge in Wien 23h bis 21h) – denn er hatte schon am 2.8. seine Opposition. Zur Monatsmitte geht er um etwa 2:30 unter. Am 17. gegen 5h zieht der Mond 4° südlich am Ringplaneten vorbei. Seine maximale Helligkeit erreicht er nicht, weil der Öffnungswinkel der Ringe derzeit nur 18° beträgt. Am Rand kann man ab 120-facher Vergrößerung die oben erklärte Cassini'sche Teilung erkennen (0,7"), bei 200x und ruhiger Luft sogar fast ringsum.
    • Saturns größter Mond Titan steht am 7. und 23.9. in östlicher Elongation, am 16.9. und 1.10. am weitesten westlich. Bereits im keinen Fernrohr ist er als Sternchen 8. Größe zu sehen.
  • Uranus im Widder und Neptun im Wassermann sind mit Fernrohr ab etwa 22 bzw. 21 Uhr zu beobachten. Die Scheibchen der zwei Eisriesen messen 3,5" bzw. 2,5" und sind schon in kleinen Fernrohren von Sternen zu unterscheiden.
 

Mondphasen:
Neumond Di 7.9. (Lunation 1221),  Erstes Viertel Mo 13.9., Vollmond Di 21.9., Letztes Viertel Mi 29.9.

Drei Ehrenmitglieder

Seit der Hauptversammlung im Mai hat der Astroverein 3 Ehrenmitglieder: Mag. Walter Hofmann, Dipl.-Ing. Norbert Pachner und Mag. Franz Vrabec: Ersterer hat sich v.a. in der Sonnenuhrgruppe verdient gemacht, aber auch durch zahlreiche Tipps für den Ausbau des Sterngartens, Franz und Norbert haben durch viele Jahre die meisten Sonnen- bzw. Sternführungen am Georgenberg gemacht und dabei wesentliche Neuerungen eingeführt.
 
Walter und Franz wurden unter großem Applaus Anfang Juni im Sterngarten geehrt und bekamen die von Maria gestalteten Ehrenurkunden sowie kleine Beigaben überreicht. Norbert haben wir "heimgesucht" und dabei viele G'schichterln aus der Ära Muckes gehört.

 

Perseiden 2021  

Unsere Perseiden-Abende im Sterngarten am 12. und 13. August waren wieder gut besucht und von der jungen Mondsichel verziert, aber danach ein bisschen von Wolken beeinträchtigt. Trotzdem waren pro Stunde etwa 10 Sternschnuppen zu sehen. gegen 23 Uhr zog es leider ganz zu, sodass das Meteormaximum nach Mitternacht entfallen musste.
 
 

Beobachtungsberichte und Fotos

Unter "Beobachten" findet Ihr Fotos, Skizzen und weitere Berichte von 2019-2021:

  • Kleine Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021
  • Perseidennächte im August 2021 und 2020 (bis zu 30 Sternschnuppen pro Stunde)
  • Große Konjunktion Jupiter / Saturn im Dezember 2020
  • Feuerkugel und Meteoritenfall am 19. November, sowie Geminiden-Fotos von F. Klauser und J. Kruse
  • Beobachtungen von Komet NEOWISE (Juli 2020) und Fotos mehrerer Mitglieder
  • Sterngarten-Picknick am 5.9.2020 und Gedenkfeier Prof. Mucke – hier anklicken!


Astronomischer Almanach für Österreich:
Kostenfreier Download beim Menüpunkt "Beobachten". Er hat die meisten Inhalte von Prof. Muckes "Himmelskalender" und zusätzlich informative Grafiken. Eine Druckversion gibt es hoffentlich wieder 2022, bei unseren Referatabenden und der Kuffner-Sternwarte.


Generelles zu den Veranstaltungen:

  • Sterngarten-Führungen sind nun wieder möglich, aber bitte um Anmeldung. Eventuelle Absagen bzw. Ersatztermine werden oben auf dieser Seite bis jeweils 15 Uhr mitgeteilt.
  • Für private Besuche ist der Sterngarten immer offen – bitte trotzdem auf Abstand achten! 
  • Indoor-Termine und Exkursionen finden derzeit wegen Corona keine statt, jedoch
  • seit Jahresbeginn zwei Online-Vorträge im Monat.

Wir freuen uns, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu können!

Ihr Gottfried Gerstbach (Vorsitzender)
September 2021