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Astro Tagung 2020

22.-25. Okt. 2020 in Linz,
Thema "Himmel in Bewegung ..."

18.-19. Okt. 2019 in Salzburg
Tagung 2019
Tagungsbericht_2019

Veranstaltungen

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Der Sterngarten – von Prof. Mucke auch Freiluftplanetarium genannt – ist eine fast 1 Hektar große Anlage der Horizontastronomie, welche seit 1997 die scheinbare Drehung des Sternhimmel und den Jahresverlauf der Sonnenbahn demonstriert. Sie liegt am Rand eines Naturschutzgebiets, das zu den "Erholungsräumen Niederösterreich - Wien" gehört. Durch die weithin sichtbaren, 17 Meter hohen Masten zieht sie viele Wanderer sowie Besucher der nahen Wotruba-Kirche an, einer architektonischen Besonderheit aus den Jahren 1974-76.

Ursprünglich hatte Prof. Thomas 1952 einen "Sternenhain" am Plateau des Laaerberges (Wien X) geplant, wo auch eine Astronomische Station der Österreichischen Landesvermessung lag. Das Projekt ließ sich jedoch bis 1969 nicht verwirklichen, sodass es Mucke für Wien XXIII umplanen musste.

 

Der Sterngarten soll den Besuchern die "obere Hälfte der Welt" bewusst und erlebbar machen, besonders den jahreszeitlichen Verlauf der Sonnenbahn. Ein etwa 15 Meter langer Schrägmast parallel zur Erdachse dient als Zeiger einer begehbaren Sonnenuhr (Bild oben). Auf der Spitze des nördlichen Meridianmastes (Bild links) demonstriert eine glänzende Scheibe die Tagesbahn des Polarsterns, wenn man auf der Mitte der Plattform steht. Von dort gesehen, markieren 6 Sonnensäulen die jahreszeitlichen Auf- und Untergangspunkte der Sonne, die Dämmerungsdauer und den Einfluss der Refraktion.

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Himmelsbeobachtungen sind jederzeit für jedermann privat gratis möglich. Terminwahl nach Wetterlage! Für Gruppen nur nach Vereinbarung mit dem Astronomischen Büro.

Bei einem nächtlichen Besuch ist es empfehlenswert, eine schwache Taschenlampe (kein "Flutlicht") mitzunehmen, aber halten Sie bitte diese stets nach unten und leuchten Sie niemandem in die Augen. Der links an der Wotrubakirche vorbeiführende Weg zum Sterngarten ist naturbelassen schottrig und knapp vor einer kurzen Steigung auch häufig feucht. Sorgen Sie für eine ausreichende Bekleidung, am Abend kann es empfindlich kühl werden!

Zum Sterngarten gibt es einen Begleitband "Himmelskunde im Freiluftplanetarium Wien" mit Erläuterung der Anlage und allen Unterlagen zur Nutzung, mit Tierkreiskalender für Wandelgestirne auch zur Vorbereitung, um Familie/Freunde/Schüler selbst zu führen – die Anlage ist interaktiv!

Ein 3D-Modell des Sterngartens von Dipl.Ing.Dr.Georg Zotti kann auch im Programm "Stellarium" erkundet werden (https://stellarium.org).

 

Sonnenbahn und Mondsichel

Mehrmals im Jahr – speziell zum Frühlings- und Sommerbeginn – zeigen wir am Südmast die variable Sonnenhöhe und durch den Schatten des Nordmastes ihren Meridiandurchgang. Der Vortragende muss sich da auch auf skurrile Fragen gefasst machen, die zeigen, wie weit sich manche Städter von den natürlichsten Grundlagen des Lebens entfernt haben. Wer weiß, dass die Jahreszeiten mit der Erdbahn zusammenhängen, kann beinahe schon als Experte gelten. Da wird der Bildungsauftrag der Astrovereine hautnah spürbar.

Viele Besucher können sich z.B. die Entstehung der Mondphasen nicht erklären. Andrerseits interessiert manche Weitgereiste, wieso die abendliche Mondsichel in den Tropen sozusagen "auf dem Rücken liegt". Da kann auch die beste Erklärung lange Diskussionen zwischen den Teilnehmern auslösen.

Als einem Zuseher die Mittagsmessung am Schatten der Polscheibe zu ungenau war, kam die Idee auf, sie durch elektronische Lichtmessung zu verfeinern. Seitdem sind einige Sekunden keine Hexerei mehr.

Nachthimmel und Lichtverschmutzung

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Der Nachthimmel am Georgenberg ist trotz seiner Meereshöhe von nur 331 m für eine Großstadt erstaunlich dunkel. Grenzhelligkeiten von 4,5 bis 5 mag sind häufig, während es auf der bekannten, aber zentrumsnahen Urania-Sternwarte nur 3 bis 4 mag sind. Die Sicht auf den hügeligen Horizont gibt den Besuchern ein Gefühl von Freiheit und lässt sie den Sternhimmel umso mehr genießen. Selbst in der kalten Jahreszeit finden sich bei den im Internet, einigen Zeitungen und im ScienceCenter-Netzwerk angekündigten Führungen bis zu 50 Interessenten ein. Darunter auch manche Zufallsgäste, die nach einer Wanderung im nahen Naturschutzgebiet am Schaukasten vorbeikommen.

 

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Wer öfters Sternführungen macht, freut sich darauf, wenn die Besucher in der Dämmerung die ersten Sterne entdecken. Wer als erster den Großen Wagen findet, wird es als nette Anerkennung empfinden, wenn ihm eine kleine Sternkarte überreicht wird. Das spornt wiederum Andere an, auch gleich den Polarstern zu suchen.

 

 

Besondere Momente sind jene, wo manchmal auch am Stadtrand die Milchstraße sichtbar wird und bei besonders gutem Himmel allmählich wirklich zu leuchten beginnt. Für die meisten Stadtbewohner ist dies ein Neuheitserlebnis – sogar für beginnende Sternfreunde der "Jungen Beobachtergruppe".

Wenn man dann die Blicke der Führungsteilnehmer zur nahen Stadt mit ihrer Dunstglocke lenkt, wird Manchem das Ausmaß der Lichtverschmutzung deutlich. Dann kann man auch von zunehmenden Schlafstörungen reden oder den Milliarden Insekten, die jede Nacht beim Umkreisen schlecht konstruierter, zuviel Blau abstrahlender Straßenlampen umkommen.

 

Schul- und Jugendgruppen

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Für interessierte Jugendgruppen und für astronomische Exkursionen von Schulklassen ist im ÖAV vor allem Mag. Franz Vrabec tätig, der auch langjähriges Mitglied der Vereinigung deutscher Sternfreunde ist. Einige innovative Instrumente gehen auf ihn zurück, z.B. ein kleiner Globus mit verschiebbarem Horizont, Zusatzgeräte für die Sonnenprojektion, Finsternisbrillen und sogar Experimente zur Spektroskopie. Eine Maturantin fertigte mit seiner Hilfe eine Ekliptikscheibe zur Demonstration der Mond- und Planetenörter (Bild links). Ein größeres Exemplar verwenden Hermann Mucke bzw. Norbert Pachner, wenn es – etwa bei Planetenkonjunktionen – auf höhere Genauigkeit ankommt. Auch handysüchtige Schüler werden hellwach, wenn es um Sonnenflecken, die Chemie von Spektrallinien oder um eine selbstgebaute Camera obscura geht.