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Raketentechnik und interplanetare Raumfahrt

Raketentechnik und interplanetare Raumfahrt

Fr 28.10. 19h: Festsaal des Alpenvereins, Walfischgasse 12 / 1. Stock

Tassilo Halbritter: Raketentechnik und interplanetare Raumfahrt

Der Aufbruch zu fernen Welten hat die Menschen bereits in der Antike beschäftigt. Die Sehnsucht  zum Besuch der uns benachbarten Himmelskörper zieht sich durch die fantastische Literatur der letzten zwei Jahrtausende.

Um mit vom Menschen gebauten Fahrzeugen wirklich in den Weltraum zu gelangen, der definitionsgemäß schon bei 100 Kilometer Höhe beginnt (Kármán-Linie), kommen derzeit nur Raketenantriebe in Betracht.

Die fantasiereiche Vorstellung von Jules Verne, mit einer Riesenkanone Objekte zum Mond zu schießen, ist aus mehreren Gründen nicht realistisch. Das von Verne beschriebene Szenario ist vor allem deswegen unmöglich, weil die Detonationsgeschwindigkeit der verwendeten Schießbaumwolle und damit die Geschwindigkeit des Geschosses weit niedriger ist als die Fluchtgeschwindigkeit.

Alle meine Ausführungen dienen der Veranschaulichung, dass hohe Leistung von hoher Geschwindigkeit abhängt und diese wiederum von Masseverhältnis und Strahlgeschwindigkeit bestimmt wird. Und wie hoch ist nun die erforderliche Geschwindigkeit (Fluchtgeschwindigkeit), um das Schwerefeld der Erde zu verlassen? Die benötigten 11,2 Kilometer pro Sekunde entsprechen etwa 40.000 km/h.

Interstellares Reisen: Um in den Weltraum zu gelangen benötigt man ein geeignetes Antriebssystem. Bei den derzeit verwendeten Raketen-Antriebssystemen handelt es sich ausschließlich um Rückstoßantriebe. In der Praxis sind es am häufigsten chemische Antriebe, worunter die Feststoff- und Flüssigkeitstriebwerke fallen. Mit diesen Antrieben für Stufenraketen kann man in ein paar Tagen den Erdmond und in einigen Monaten unsere Nachbarplaneten Mars oder Venus erreichen. Reisen zu anderen Planeten in unserem Sonnensystem dauern dagegen Jahre und Jahrzehnte! Vielleicht landen noch in diesem Jahrhundert Menschen auf dem Mars (und kommen auch wieder zurück)? Doch die fantasievollen Pläne für Marskolonien können wir mit den heutigen Antrieben nicht verwirklichen und müssen sie daher den SF-Autoren überlassen.

Noch schlimmer sieht die Situation bei interstellaren Flügen aus. Das nächste Sonnensystem (Centauri mit den drei Sonnen Alpha A und Alpha B sowie Proxima) ist etwas über vier Lichtjahre entfernt und mit den zur Verfügung stehenden chemischen Antrieben beträgt die Reisedauer zehntausende Jahre! Also besser Sonden, vielleicht mit Lichtsegeln, dorthin schicken?

Tassilo Halbritter:  geb. 1942 in Wien-Rodaun, Absolvent HTL Rosensteingasse (Fachrichtung Biochemie), Leiter der Abteilung Histologie- und Cytologiegeräte bei einem österreichischen Pharma-Unternehmen. Später Ausbildung zum Therapeut, sowie Studium der Humanbiologie und Psychologie

Bereits eit der Kindheit starkes interesse an Astronomie, Elektronik, Sci-Fi u.ä., seit 1961 Mitglied des Astrovereins, seit 1966 bei Mensa, dem Verein der Hochintelligenten.

Termin Eigenschaften

Temin Beginn 28.10.2022 19:00
Termin Ende 28.10.2022 21:00
max. Teilnehmer 60
Ort OAV Wien