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Astronomische Übersicht
 
Die Dezember-Abende werden weiterhin von den zwei Riesenplaneten dominiert. Jupiter hatte am 3.11. im Widder Opposition, ist derzeit rückläufig und geht schon nachmittags auf. Um 19h steht er bereits 48° hoch im Südosten und zeigt sein tägliches Spiel der 4 Monde, während Saturn im Südwesten in noch 20-25° Höhe zu sehen ist und zur Monatsmitte gegen 22 Uhr untergeht. Wer den nun schmalen Ring beobachten will, sollte schon vor 18 Uhr beginnen. Die beiden Planeten zeigen die Ekliptik recht genau. Der Mond wandert bei ihnen vom 17. bis 22.12. vorbei.
Venus ist strahlender Morgenstern, ihre Sichtbarkeit endet erst im Februar. Merkur steht zwar am 4.12. über 21° östlich der Sonne, doch die flach liegende Ekliptik verhindert, ihn freiäugig zu sehen. Mars befindet sich noch jenseits der Sonne.
 
Sternhimmel: Im Westen steht um 18h das Sommerdreieck etwa in halber Höhe, während sich die Milchstraße quer über den ganzen Himmel bis zu den ersten Wintersternbildern im Osten zieht. Es kulminieren Kassiopeia, Herbstviereck und Andromeda, und gegen 19h zeigt uns der Oriongürtel seinen fast senkrechten Aufgang. 
Drei Tage nach Weihnachten erreicht der volle Mond eine Deklination von 28°10’, also knapp 5° über der Ekliptik. Daher steht er in diesen Tagen fast 17 Stunden über dem Horizont!
Am 14.12. hat der Meteorstrom der Geminiden sein Maximum – er ist noch stärker als die Perseiden im August, und der Mond stört heuer nicht. Im Sterngarten könnten es stündlich 30-40 Sternschnuppen werden, bei sehr dunklem Himmel über 100. Für Ausdauernde empfiehlt sich eine Liege mit warmem Schlafsack und eine Thermoskanne.
 

Der Abendhimmel im Dezember

Wenn es zur Monatsmitte um 17:15 MEZ dunkel genug ist, sieht man im Westen noch das Sommerdreieck Leier-Schwan-Adler in 30-60° Höhe und im Süden das große Quadrat des Pegasus, das Herbstviereck. Es stellt den Rumpf des mythologischen Himmelspferdes dar, das aber seine Flugkünste kopfüber durchführt. Hals und Kopf verlaufen von den zwei tieferen Sternen des Quadrats nach rechts. Unterhalb des Pferdehalses steht der Wassermann und Saturn, der auf seinem langsamen Weg zu den Fischen in 1 Jahr Neptun überholen wird. Genau im Meridian leuchtet 10° über dem Horizont Fomalhaut, α im Südlichen Fisch. Der rein weiße Riesenstern hat zwei Begleiter, eine Staubscheibe und den 2008 entdeckten Exoplaneten Dagon.
  
Nach links setzt sich Pegasus in der Fünfsternreihe über die Andromeda bis zum Perseus fort. Darunter, 40° hoch im Osten, steht der kleine Sternenbogen des Widder und heuer der Jupiter, darunter der viereckige Kopf von Cetus, dem Meeresungeheuer der Andromeda-Perseus-Sage. Das zugehörige äthiopische Königspaar Cassiopeia und Kepheus finden wir, jetzt nach Norden gewendet, zwischen Zenit und Polarstern. Tief unter diesem steht der Große Wagen, nun knapp über dem Nordhorizont. In unserer Homepage finden Sie die abendliche Sternkarte hier
   
Um etwa 21 Uhr ist von Osten bis Südosten das große Wintersechseck (auch "Sechseck um Orion") emporgestiegen. Es besteht im Uhrzeigersinn aus den hellen Sternen Capella (60° hoch im Osten), dem roten Stierauge Aldebaran, dem weißen Riesen Rigel (rechter Fuß des Orion), Sirius (Großer Hund, siehe unten), Prokyon (kleiner Hund) und Pollux (Zwillinge). Inmitten des Sechsecks steht der rote Riese BeteigeuzeEr ist etwa 700x größer und 50.000x heller als unsere Sonne und dürfte in den nächsten 50.000 Jahren als Supernova explodieren. Trotz 600 Lichtjahren Entfernung würde er dann einige Wochen heller als der Vollmond sein. 
   
Die drei Sterne des Oriongürtels gehen senkrecht auf, aber waagrecht unter (12 Stunden später, bzw. abends im Frühjahr). Unter ihm erkennt schon das bloße Auge den Orionnebel, eine 50 Lichtj1ahre große, turbulente Gaswolke mit gerade entstehenden Sternen. Der Oriongürtel zeigt nach rechts hinauf zum roten Aldebaran und dem Sternhaufen der Hyaden, nach links zum horizontnah funkelnden Sirius, dem scheinbar hellsten Stern des Himmels. Er ist mit 8,6 Lichtjahren der achtnächste Stern. Zwar nur 2x größer als unsere Sonne, hat er aber wegen seiner 11.000° heißen Photosphäre die 22-fache Leuchtkraft. Sein Begleiter, der weiße Zwerg Sirius B, wurde 1844 von Bessel aus periodischen Positionsschwankungen von Sirius entdeckt, konnte aber in dessen gleißendem Licht erst 1862 gesichtet werden.
 
Die winterliche Milchstraße ist etwas schwächer als die des Sommers und in Stadtnähe wegen der immer noch zunehmenden Lichtverschmutzung kaum mehr zu sehen. Dafür ist eine Grenzhelligkeit von mindestens 4 mag erforderlich, was z.B. beim Sterngarten im Südwesten Wiens und im Norden von Linz oder Salzburg möglich ist. Sie verläuft vom Schwan (um 21h tief in WNW) über Kepheus, Kassiopeia und Perseus (nun im Zenit) zum Fuhrmann (Hauptstern Capella) hoch im Osten. Zwischen Zwillingen und Orion erreicht sie die größte Breite -- denn unser Sonnensystem liegt ja nahe am Orion-Spiralarm. 
   
Mit einem Feldstecher kann man auch bei aufgehelltem Himmel der galaktischen Sternenfülle nachgehen und beim Streifzug mehrere Sternhaufen bewundern: zwischen Perseus und Kassiopeia den Doppelsternhaufen h/Chi Persei und vor allem im Stier die Plejaden und Hyaden.
 
Schöne Messier-Objekte fürs Teleskop:
  • Im Schwan noch die Offenen Sternhaufen M39 und M29, im Pegasus der Kugelsternhaufen M15, darunter M2 im Wassermann
  • Andromeda/ Perseus: Andromedanebel M31 (um 19h zenitnah, daher auch in Stadtnähe gut); Doppelsternhaufen h/chi Persei; evtl. Dreiecksnebel M33
  • im Osten bereits die Plejaden; ab ca. 20h die offenen Sternhaufen M34 (Perseus) und M35 bis M38 (Fuhrmann bis Zwillinge), ab 21h der Orionnebel.
Schwierigere, aber hochinteressante Objekte sind zum Beispiel noch
  • der kleine Hantelnebel M76 (10mag), ein bipolarer planetarischer Nebel. Deutlichere ” Seifenblasen” als im großen Bruder M27, visuell besser als fotografisch. Die rot leuchtende Wasserstoffbrücke ist visuell kaum sichtbar, aber die zwei Gaskugeln schon im 15cm-Teleskop deutlich. Unten ein Stellarium-Bild 0,5x1°.
  • der weit entfernte, aber helle Sternhaufen M103, 4x ferner als obige M34-38. Perseus und Cassiopeia stehen derzeit hoch genug, um sie auch im Umkreis von Städten gut beobachten zu können.
 
Sichtbarkeit der großen Planeten
  • Merkur beendet am 14. Dezember (nahe der Mondsichel) seine bescheidene Abendsichtbarkeit. Er geht zwar 65 Minuten nach der Sonne unter, steht jedoch wegen der flach liegenden Ekliptik sehr tief. Bis dahin sinkt auch seine Helligkeit von -0.2 auf +0.7 mag, das im Teleskop erkennbare Scheibchen wächst hingegen von 6” auf 9”.
  • Venus ist weiterhin strahlender Morgenstern, doch rückt sie der Sonne langsam näher (Elongation 43–> 37°). Im Februar wird sie allmählich in der Morgendämmerung verschwinden.
  • Mars hatte am 18.11. Konjunktion mit der Sonne und wird sich erst Ende April von der Morgendämmerung abheben.
  • Jupiter ist 1 Monat nach seiner Opposition nun am bequemsten zu beobachten. Er steht um 18 Uhr bereits 40° hoch und kulminiert zur Monatsmitte um 20:35 in Wien (Innsbruck 20:55) in 55° Höhe. Mit seiner Helligkeit von -2.6 mag dominiert er die südliche Himmelshälfte. Im Teleskop sind seine Wolkenstreifen gut sichtbar, der Rote Fleck ist aber in den letzten Jahren geschrumpft. Am 22.12. zieht der Mond 2° nördlich vorbei.
    • Jupitermonde: sehr reizvoll im Teleskop ist ihr stündlicher Positionswechsel. Außerdem sind in den Abendstunden etwa 10 ihrer Transits und Schattendurchgänge zu sehen, nach Mitternacht ebenso viele. Interessant auch ihre kurzen Verfinsterungen im Planetenschatten – siehe Österr. Almanach 2023, S. 53-54 und 58.
  • Saturn im Wassermann steht der Sonne um 65° näher als sein ”großer Bruder” und geht daher schon 5–6 Stunden nach ihr unter. Das reicht jedoch, um ihn noch 2 Monate ohne starke Luftunruhe zu beobachten. Seine Ringe werden allmählich schmäler – bis zur Kantenstellung im Jahr 2025. Am 17. November begegnet ihm der junge Mond.
    • Titan (mit 5.200 km größter Saturnmond): östliche Elongationen am 1. und 17.12., westliche am 8. und 25. Dezember. Im Achtzöller sind weitere 4 Monde von 1100 bis 1500 km Durchmesser erkennbar.
  • Uranus (wie Jupiter im Widder) hatte am 13.11. Opposition. Sein blaugrünes Scheibchen misst nun 3,7” und ist ab etwa 60-facher Vergrößerung von Sternen unterscheidbar. Am 23. ist er 3° südlich vom Mond leicht zu finden.
  • Neptun wandert langsam vom Wassermann zurück zu den Fischen und verlagert seine Untergänge von 0:50 auf 22:48 MEZ. Wie Saturn wird er bis Februar zu beobachten sein.
 
MondLetztes Viertel Di 5.11., Neumond Mi 13.12., Erstes Viertel Di 19.12., Vollmond Mi 27.12.
 
Am Stefanitag (26.12.) erreicht der Mond seine für 2023 größte nördliche Deklination von +28°10’, fast 5° über der Ekliptik. Das ist eine Folge seiner Bahnneigung von 5,15° und der Drehung seiner Bahnebene im Laufe von 19 Jahren.
In der Weihnachtszeit steht daher unser Begleiter täglich 16 bis 17 Stunden über dem Horizont und bei seinen Kulminationen (23 bis 2 Uhr) beachtliche 70° hoch. Den Abend unserer Beobachtung der Geminiden (14.12.) stört er aber nicht, 1 Tag nach Neumond.